'Fünf Songs sind auf der EP des Gelderner Quartetts Modulator zu hören. Doch da kommt gleich die erste Frage auf. Sind das noch Songs oder schon Tracks? Modulator balancieren mit ihrer Mischung aus elektronischen und akustischen Elementen wie Vibraphon, Bass und Gitarre genau auf der Grenze zwischen den Genres. Die weibliche Stimme, wenn vorhanden, wirkt oft wie ein weiteres Instrument in den flotten Nummern.

Atmosphärisch erinnert die Musik zeitweise an Broadcast, nur dass es hier nicht gar so getragen wie bei den Briten zugeht. Die wunderbar naiven futuristischen Sounds, die Gitarrenklänge wie auch das jazzige Schlagzeug erinnern an die 60s. Und da vor allem an Jazz, denn Modulators Strukturen und Melodien wirken oft improvisiert, ohne jedoch verdaddelt rüberzukommen. Handfeste Skills sind eindeutig vorhanden, doch beweisen will und muss das hier niemand.

Sphärisch mutet die Musik des Quartetts oft an, äußerst mellow und angenehm unaufdringlich, bleibt dabei aber poppig genug, um nicht in die Falle der Hintergrundmusik zu tappen. Ob Postrock, Elektropop, Indietronics oder als was auch immer man Modulator bezeichnen möchte – ein wundervolles Hörerlebnis ist es in jedem Fall.'

- intro, juli 2003
Autor: Daniel Decker


'Ist es nun Kinderzimmer-Pop, Analog-Synthie-Wave, Irgendwie-Cafe Del Mar-like, Minimal-House oder LoFi-Tripbeat könnte sich das Gelderner Duo modulator nach den Aufnahmen von "Elektro Matters" gefragt haben. Wahrscheinlich ist es von allem ein wenig! Smoov und mellow, verstärkt durch die Stimme von Anja, bewegt sich modulator durch eine scheinbar nicht existierende Welt. Der sanfte, nicht immer passende Pop-Groove und die spärlich analoggestützten Synthie-NDW-Anleihen gehen hier eine perfekte Symbiose ein. Wer etwas mit verspielt-leicht kranken, aber auf den zweiten Blick doch groovigen Sounds was anfangen kann, ist mit diesem 7-Song-Demo sicherlich gut bedient.'

- westzeit, Dezember 2000
Autor: Georg Lommen


'Diese netten Elektroniker aus der Gegend um Krefeld haben wohl schon immer gerne Apfelsinen gegessen, denn alles hier ist so schön orange. Wer keine Farb oder Denkschwäche hat, findet den gelben runden Knopf am unteren Bildrand. Weitere Verweise folgen. So auch zu einem bereits etablierten Internetforum für Nachwuchsmusiker: Besonic (www.besonic.com), auf dem etwa 15000 Musiker 33000 Songs in das [sic] virtuelle Welt ausgesandt haben. Über Foren und Charts verschafft man sich in der Community Status und kann über Wettbewerbe sogar Erfolge einheimsen. Auf Besonic haben modulator ausser Musik auch ein Info hineingestellt, damit der minimalistische grafische Stil ihrer Seite nicht überfrachtet wird. Für die schreibende unft eher ein Suchspiel, wenn man nur mal schnell ein paar Informationen braucht. modulator sehen sich aber eher als Gesamtkunstwerk in dem Grafik und Musik ineinander gehen und die Kommunikation abgekoppelt ist von Zweckmässigkeit. Ein spielerisches Projekt mit Formen und Farben.'

- intro, der star der aus dem netz kam, Februar 2001
Autor: Stephan Ossenkopp

coolibri
intro
westzeit

'Wer bisher dachte, dass sich junge Bands aus NRW, vor allem jene aus dem Umfeld des Ruhrgebiets, stilistisch zwangsläufig aus dem eng gesteckten Bereich zwischen Alternative Rock und Heavy Metal rekrutieren müssten, hat nun die Gelegenheit sich eines Besseren belehren zu lassen.

Die fünfköpfige Formation Modulator aus Geldern demonstriert sehr überzeugend, wie man solcherlei Erwartungshaltungen mit Mühelosigkeit unterläuft und wie es dabei ebenso möglich ist, dem musikalischen Erbe ebenjener Region Tribut zu zollen (wenn auch mehr von der Geisteshaltung her als musikalisch). Dazu später mehr, denn dem ersten Eindruck nach scheinen Modulator deutlicher nach England zu schielen: Gleich nach wenigen Sekunden offenbart sich der unbestreitbare Einfluss von Bands wie Stereolab (vor allem während ihrer mittleren Schaffensphase zu Zeiten von „Dots And Loops“) oder Broadcast.

Bereits der Opener „1 Node Analogue Traveller“ auf der gleichnamig betitelten und 3 Tracks umfassenden EP aus dem Jahr 2005 gibt die Marschrichtung vor. Verschachtelte Uptempo-Drums, ein charmantes Gewirr aus rasenden Synthesizer-Analogismen, ein trockenes, funkgetränktes Rhythmus-Gerüst von Gitarre und Bass und zu guter Letzt ein bezaubernder, sich in Zweistimmigkeit umgarnender weiblicher Gesang. So sehr sich Modulator in soundtechnischer und nicht weniger in gesamtkonzeptueller Hinsicht an den retrofuturistischen Pop-Entwürfen genannter Bands orientieren, können sie doch mit einer guten Portion Mehr an Schrägheit aufwarten.

Und das ist wörtlich zu verstehen. Straighte Grooves gehen nämlich anders. Hier rempeln, rumpeln und stolpern die Rhythmen lustig verspielt, schon beinahe epileptisch wie im Outro von „Quadflieg“. Man gönnt sich Breaks ohne Verschnaufpause, in „Flatter“ scheint eine skuril-jazzige Vibraphon-Eskapade nach rund 2:40 Minuten vor zu viel Geradlinigkeit regelrecht davonlaufen zu wollen, diese Fluchtlinie wird nach einer Minute aber doch metrisch zurückgestutzt, was nur konsequent ist.

Das hört sich zwar unheimlich anstrengend an, entspricht aber eher einem gesunden Maß an Verquerheit, der es gelingt, des Hörers Aufmerksamkeit zu bannen. In diesem Drang zum Experimentellen treten die Echos der 60er-Krautrockszene zu Tage. An diese wagemutigen Tage des unbedingten Willens zum Neuartigen gemahnend, generieren Modulator eine faszinierende musikalische Enklave, die all die Misstöne kulturpessimistischen Dünkels, dass man heutzutage ja doch alles irgendwie schonmal gehört hat, vergessen lassen. Leider hält dieses Wohlgefühl nur für eine knappe Viertelstunde vor, macht aber zweifellos unbändige Lust auf Mehr. Ideen finden sich auf„1 Node Analogue Traveller“ zuhauf, also kann es bis zum Longplayer eigentlich nur eine Frage der Zeit sein, wenn da doch nur nicht diese Ungeduld wäre, die einen währenddessen von innen her auffrißt...'

- cassetto.de, modulator - 1 node analogue traveller (nrko records), April 2007
Autor: Redaktion


'Es gibt journalistische Grundregeln, die man immer befolgen sollte. Regel Nummer 1: Komme niemals pünktlich zu einem vereinbarten Interviewtermin. Ich brach die Regel. Und so wartete ich einen Milchkaffee lang auf Jan Grunewald und Anja Peters von modulator und war kurz vor "Zahlen und Gehen", als das Duo aus Geldern dann doch noch auftauchte. Der Ärger verflog im Nu, denn Anja und Jan sind sympathische junge Menschen, und kurzentschlossen warf ich auch Regel Nummer 2 über Bord. "Wahre Distanz zum Interviewpartner" hätte sie gelautet. Statt dessen begannen wir ein mehrstündiges Gespräch über Gebrauchtkleidung (Jans Jacke: 1,50 DM), Ausgehverhalten auf dem Land und in der Stadt und natürlich den eigentlichen Grund unseres Zusammentreffens, die Musik von modulator.

"Manchmal fahren wir auf der Autobahn", erklärt Jan in diesem Zusammenhang, "und hören ein wiederkehrendes Wummern." Aus dem Wummern wird ein Rhythmus. Aus dem Rhythmus ein Song. Ganz einfach. Weil nun Anja und Jan in Geldern leben und dementsprechend häufig Autobahnen berollen, schauen sie nach zwei Jahren modulator bereits auf fünf veröffentlichte EPs. ELEKTRO MATTERS heißt der aktuelle Tonträger, der Anjas Stimme mit Gitarren-, Synthesizer und Vibraphonspiel und Klängen aus der Maschine kombiniert.

Diese Vernetzung von akustischen und elektronischen Instrumenten lässt einen Sound entstehen, den modulator selbst nicht weiter kategorisieren möchten. Jedenfalls liegt den beiden nichts daran, einen Song zu konstruieren. Oder mit Anjas Worten: "Das Lied will irgendwohin. Und es will natürlich nicht ins Klischee."'

- coolibri, Dezember 2000
Autorin: Alexandra Wehrmann

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